Franz Krautgasser
im Spiegel der Kunstkritik der 1950er- und 1960er- Jahre
Günther Dankl
„So erkennt man in Krautgasser auf Grund dieser neueren Arbeiten (...), daß er fortan immer dann genannt werden muß, wenn über die zeitgenössische Malerei Tirols gesprochen wird.“
Mit diesen Worten würdigte der damalige Universitätsprofessor für Kunstgeschichte an der Universität Innsbruck, Heinz Mackowitz, 1960 die Ausstellung Franz Krautgassers im Tiroler Kunstpavillon.1 Die Ausstellung markierte zugleich den Höhepunkt der öffentlichen Wahrnehmung des Künstlers und positionierte ihn innerhalb der Tiroler Nachkriegskunst als bedeutende malerische Persönlichkeit. Betrachtet man jedoch die späteren Überblicksdarstellungen zur Kunst nach 1945 in Tirol, so fällt auf, dass Krautgasser darin kaum Berücksichtigung findet. Mit Ausnahme von Erich Eggs Publikation Kunst in Tirol. Malerei und Kunsthandwerk von 19722 bleibt sein Name sowohl bei Eva Kreuzer-Eccel3 als auch im Standard-werk Kunst in Tirol4 unerwähnt. Dies überrascht umso mehr, als bereits wenige Jahre nach seinem Tod 1985 mit der Publikation Franz Krautgasser 1920–1985 eine erste umfangreiche Würdigung seines Werks vorlag.5 Zudem befinden sich Arbeiten des Künstlers in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen Tirols. Die Frage, weshalb Krautgasser dennoch weitgehend aus den kunsthistorischen Narrativen zur Tiroler Moderne ausgeklammert blieb, erscheint daher durchaus berechtigt.
Bereits Ende der 1980er-Jahre wies Erich Egg in seinem Vorwort zur Publikation darauf hin, dass Krautgassers Werk teilweise schon in Vergessenheit geraten sei.6 Als Gründe nannte er einerseits die kurze Dauer seines intensiven künstlerischen Schaffens, andererseits die geringe Ausstellungstätigkeit. Letztere hing nicht zuletzt mit den kulturpolitischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Nachkriegszeit zusammen, in denen Kunsterzieher:innen als öffentlich Bedienstete vielfach nicht in direkte Konkurrenz zu freischaffenden Künstler:innen treten sollten. Hinzu kam die Leukämieerkrankung des Künstlers ab 1961, die seine künstlerische Tätigkeit zunehmend einschränkte.
Um Krautgassers Position innerhalb der Tiroler Kunstszene nachvollziehen zu können, wird es daher notwendig sein, einen Blick auf das kulturelle Umfeld der 1950er- und 1960er-Jahre zu werfen und seine Teilhabe daran aufzuzeigen.
Tiroler Kunstszene der 1950er- und 1960er-Jahre
Franz Krautgasser schloss 1947 seine Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste in Wien in der Meisterklasse für Kunsterziehung bei Gerda Matejka-Felden ab. Zusätzlich besuchte er unter anderem den Abendakt-Kurs bei Herbert Boeckl. Nach einem Probejahr wurde er 1949 in den regulären Schuldienst übernommen und unterrichtete bis zu seiner Pensionierung 1977 an Innsbrucker Gymnasien. Parallel dazu nahm er aktiv am Kunstleben in Hall in Tirol und Innsbruck teil.
Die Tiroler Kunst- und Kulturszene der Nachkriegszeit war von einem Spannungsverhältnis zwischen traditioneller Prägung und schrittweiser Öffnung zur internationalen Moderne gekennzeichnet. Dominierte nach 1954 formal noch eine an Positionen des österreichischen Expressionismus der 1920er-Jahre orientierte Bildsprache, wie sie etwa bei Max Weilers skandalumwitterten Fresken für die Theresienkirche auf der Hungerburg (1945–1948) zutage trat [1] so setzte – wenn auch zunächst zögerlich – eine Auseinandersetzung mit internationalen Entwicklungen ein. Eine zentrale Rolle nahmen dabei neue institutionelle und diskursive Räume und Veranstaltungen ein.
Zu den wichtigsten Impulsgebern dieser Öffnung zählte das 1946 gegründete Institut Français unter der Leitung von Maurice Besset. Mit seinem Ausstellungsprogramm brachte das Institut nicht nur Werke der klassischen französischen Moderne nach Tirol, sondern präsentierte auch Positionen des Informel und der École de Paris.7 Die Eröffnungsausstellung der Einrichtung 1946 bestand aus der repräsentativen Schau Chefs d’œuvre du Musée d’art moderne de Paris mit unter anderem 37 Werken des Who-is-Who der Kunst der französischen Moderne wie Pierre Bonnard, Maurice Denis, Raoul Dufy, Fernand Léger, André Lhote, Henri Matisse oder Édouard Vuillard. [2] Darüber hinaus bedeutende Ausstellungen waren Meister französischer Graphik der Gegenwart (1949), Moderne religiöse Graphik (1951), Handzeichnungen französischer Bildhauer des 20. Jahrhunderts (1952), Picasso: Graphik (1958) oder die auf Anregung von Maurice Besset im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum gezeigte Schau École de Paris (1959).
Eine der wegweisendsten zeitgenössischen Ausstellungen war zudem 1940–1950. Französisches Kunstschaffen aus 10 Jahren im Sommer 1950. Mit Gemälden und Grafiken wie von Hans Hartung, Roger Bissière, Gérard Schneider, Léon Gischia [3][4] oder Alfred Manessiere wurden hier erstmals lyrisch-abstrakte Werke der zeitgenössischen informellen Generation vorgestellt. Zu den meisten dieser Werkpräsentationen fanden allgemein zugängliche Gesprächsabende sowie begleitende Vorträge statt. So hielt Anfang Juni 1951 im Anschluss an Moderne religiöse Graphik einer der wichtigsten Theoretiker der modernen christlichen Kunst, Pie-Raymond Régamey, O. P. (1900–1996), einen allseits gelobten Vortrag.8
Wenngleich nicht belegt, so ist doch anzunehmen, dass Krautgasser diese Ausstellungen besucht und sich mit den darin gezeigten Werken auseinandergesetzt hat. Am bedeutendsten für die Entwicklung seiner Bildsprache der 1950er-Jahre war sicherlich die oben erwähnte Schau 1940–1950. Französisches Kunstschaffen aus 10 Jahren. Durch sie erfuhr er nicht nur wertvolle Anregungen für sein eigenes, vor allem zwischen 1955 und 1959 entstandenes Schaffen, sondern auch die Bestätigung dafür, einen einmaligen Beitrag in der Abkehr von der bis dahin in Tirol vorherrschenden figurativen Expression hin zur reinen Abstraktion geschaffen zu haben. Für sein religiöses Werk inspirierend mögen die beiden 1948 respektive 1955 organisierten Ausstellungen mit Werken von Georges Rouault gewesen sein. [5]
Neben seinen Präsentationen moderner und zeitgenössischer Kunst aus Frankreich bot das Institut Français auch jungen Tiroler Künstler:innen der Nachkriegsgeneration eine wichtige Plattform. So widmete es bereits zwei Jahre nach seiner Gründung 1948 jenen jeunes peintres tyroliens d’avantgarde eine erste Gruppenausstellung. Zu den dabei mitwirkenden Künstler:innen zählten Max Weiler, Paul Flora, Helmut Rehm, Gerhild Diesner und Ilse Glaninger-Halhuber. Franz Krautgasser, der damals erst ein Jahr zuvor seine Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste in Wien abgeschlossen hatte und daher in Tirol zu dieser Zeit noch nicht im Kunstgeschehen verankert war, fehlte. Wohl vertreten hingegen war er knapp 10 Jahre später, 1957, in der Ausstellung Reiseeindrücke. Tiroler Künstler in Frankreich. Gezeigt wurden in Frankreich entstandene Skizzen und Grafiken von acht Tiroler Künstlern, die im Rahmen von Stipendien oder Studienreisen Frankreich besucht hatten. Neben Krautgasser, der 1956 ein Reisestipendium erhielt, waren weiters Fritz Berger, Wilfried Kirschl, Anton Tiefenthaler oder Max Weiler in der Ausstellung vertreten.
In engem Zusammenhang mit den vom Institut Français vergebenen Reisestipendien stand der 1952 auf Initiative von Paul Flora gegründete Österreichische Grafikwettbewerb Innsbruck, der sich rasch zu einem der bedeutendsten Wettbewerbe für grafische Techniken in Österreich entwickelte. Für viele junge Künstler:innen stellte er eine der wenigen Möglichkeiten dar, ihre Arbeiten öffentlich zu präsentieren und mit internationalen Entwicklungen in Kontakt zu treten. Franz Krautgasser nahm bereits von Beginn an daran teil: 1952 erhielt er für die Monotypien Traudl, der Fisch und Spiegel eine lobende Erwähnung; Preiszuerkennungen folgten 1955 für die Tuschpinselzeichnung Trafostation und 1961 beteiligte er sich mit einer in Lackfarbe ausgeführten Komposition. Im selben Jahr wurde vom Land Tirol seine Lackkomposition Schmerzensmann, entstanden um 1956/57 (siehe Seite 41, [2]), angekauft, die schon 1957 in der Interbau-Ausstellung in der St.-Ansgar-Kirche im Berliner Hansaviertel als einziger Beitrag Österreichs präsentiert worden war.9
Eine weitere zentrale Rolle spielten die zwischen 1950 und 1969 durchgeführten Österreichischen Jugendkulturwochen in Innsbruck.10 Sie verstanden sich als Zeichen des kulturellen Wiederaufbaus und boten jungen Künstler:innen aus Literatur, Musik und bildender Kunst ein Forum für Austausch und Präsentation. Persönlichkeiten wie Ernst Jandl, Thomas Bernhard, Friedrich Cerha oder Otto M. Zykan traten hier früh in Erscheinung. Im Tiroler Kunstpavillon der Tiroler Künstlerschaft fanden ab 1952 alljährlich Ausstellungen unter dem Titel Die Jungen statt, die junge Tiroler Künstler:innen gemeinsam mit Positionen aus ganz Österreich zeigten. Dass Franz Krautgasser in den Schauen der Jugendkulturwochen nicht präsent war, mag damit zusammenhängen, dass er als Jahrgang 1920 rund zehn Jahre älter war als die fast ausschließlich nach 1930 Geborenen, womit er nicht mehr in das Auswahlkriterium für die damals junge Generation passte.
Die Gründung der Galerie im Taxispalais 1965 bedeutete für Tirol auch die Schaffung einer Einrichtung, die erstmals ein Ort, der zeitgenössische internationale Kunst systematisch im Programm hatte und mit lokalen Positionen in Beziehung setzte.11 Daneben diente die Taxisgalerie als Ausstellungsort des 1968 als Nachfolgeorganisation der Jugendkulturwochen gegründeten Forums für aktuelle Kunst.
Mit dem Bau des Tiroler Kunstpavillons 1950/51 fand die 1946 als private Interessensvertretung gegründete Tiroler Künstlerschaft nicht nur ihren bis heute aktuellen Vereinssitz, sondern auch einen Galerieraum für die Präsentation von vorwiegend Werken ihrer Mitglieder. Dabei lagen von Beginn an die Bestrebungen des Vereins darin, auch aktuellen Positionen im Spannungsfeld zwischen Fortschritt und Tradition eine Plattform zu bieten. So auch Franz Krautgasser, dem 1960 dort eine erste repräsentative Schau seines Schaffens ermöglicht wurde.
Insgesamt lässt sich Tirol – insbesondere Innsbruck – in den 1960er-Jahren als ein kleiner, aber dynamischer Knotenpunkt beschreiben, an dem sich der Übergang von einer regional geprägten Nachkriegskunst hin zu einer stärker international orientierten Moderne vollzog. Innerhalb dieses kulturellen Umfelds ist auch die Stellung Franz Krautgassers zu verorten.
Ausstellungschronologie Franz Krautgasser
Krautgassers Ausstellungstätigkeit lässt sich in mehrere Phasen gliedern. Die erste, bis 1961 reichende Phase begann mit seiner Beteiligung an der 1. Haller Kunstausstellung 1949 und endete mit der Präsentation einer Arbeit beim 8. Österreichischen Grafikwettbewerb 1961. Mit dem Ausbruch seiner Erkrankung reduzierte sich seine öffentliche Präsenz erheblich. Bis zu seinem Tod 1985 war er nur noch vereinzelt an Ausstellungen beteiligt, darunter 1964 bei tiroler kunst heute im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum sowie 1970 an einer Schau anlässlich eines Kunsterzieher:innenkongresses im Tiroler Volkskunstmuseum. 1972 wurden Arbeiten Krautgassers im Rahmen der Haller Künstler-Kollektion in der Galerie St. Barbara in Hall in Tirol gezeigt. Nach 1985 folgten mehrere Retrospektivausstellungen, zuletzt 2025/26 zum 40. Todestag.
Besonders die Präsentationen der ersten Phase belegen Franz Krautgassers aktive Rolle in der Tiroler Nachkriegskunst. Bereits früh wurde seine Kunst als „modern“ und „herausragend“ beschrieben. Er nahm an wichtigen regionalen und überregionalen Ausstellungen teil, darunter an der Tiroler Kunstausstellung im Wiener Künstlerhaus 1951 sowie 1949 und 1950 an den beiden Haller Kunstausstellungen, in denen er neben Max Weiler, Helmut Rehm oder Peter Prandstetter mit Werken vertreten war.
Den Höhepunkt seiner öffentlichen Wahrnehmung bildete sicherlich die 1960 im Tiroler Kunstpavillon gezeigte Kollektivausstellung Franz Krautgasser. Mit rund 50 ausgestellten Arbeiten stellte sie die umfangreichste Darbietung seines Œuvres zu Lebzeiten dar. Die Resonanz in der Presse war außerordentlich positiv. Alfred Strobel sprach in der Tiroler Tageszeitung von Innsbruck als einem „Zentrum der modernen Kunstpflege“.12 Heinz Mackowitz wiederum betonte Krautgassers „ernst-haftes Bemühen zu ausdrucksstarken Formen“ und charakterisierte ihn als „starke und individuelle Persönlichkeit“.13
Die nach 1985 organisierten Ausstellungen waren zum Großteil vom Kunsthandel oder von Galerien durchgeführte Gedächtnis- bzw. Verkaufsausstellungen. Gezeigt wurden vorwiegend realistisch gehaltene Akte, Porträts oder Landschaften. Kaum ausgestellt hingegen wurde sein umfangreiches abstraktes Schaffen. Damit wurde ein Bild des Künstlers vermittelt, das seinem tatsächlichen Stellenwert innerhalb der Tiroler Kunstentwicklung der 1950er- und 1960er-Jahre nur unzulänglich gerecht wurde.
Heute erscheint Franz Krautgasser als eine jener Künstler:innenpersönlichkeiten, die in den 1950er-Jahren den Übergang von einer regional geprägten Tiroler Nachkriegskunst hin zu einer internationalen Moderne mitgetragen haben, ohne dauer-haft in den kunsthistorischen Kanon aufgenommen worden zu sein. Sein Werk steht exemplarisch für die Spannungen zwischen Tradition, individueller Bildsprache und internationaler Öffnung, welche die Kunstszene im Tirol der 1950er- und 1960er-Jahre charakterisierten. Gerade vor dem Hintergrund neuerer Forschungen zur österreichischen Nachkriegsmoderne gewinnt das Schaffen von Franz Krautgasser zunehmend an kunsthistorischer Bedeutung – nicht nur als Dokument seiner Zeit, sondern auch als eigenständige künstlerische Position innerhalb der Tiroler Moderne.
1 h. m. (Heinz Mackowitz), „Eindringen in die tiefsten Bereiche. Zur Ausstellung Franz Krautgasser im Kunstpavillon“, in: Tiroler Nachrichten, Nr. 264, 14.11.1960, S. 5.
2 Vgl. Erich Egg, Kunst in Tirol. Malerei und Kunsthandwerk, Tyrolia, Innsbruck 1972.
3 Vgl. Eva Kreuzer-Eccel, Aufbruch. Malerei und Graphik in Nord-Ost-Südtirol nach 1945, Athesia-Tappeiner Verlag, Bozen 1982.
4 Vgl. Evi Wierer, Paul Naredi-Rainer und Lukas Madersbacher (Hg.), Kunst in Tirol, Bd. 2, Tyrolia, Innsbruck 2007.
5 Helga Reichart, Franz Krautgasser 1920–1985, Tyrolia, Innsbruck 1989.
6 Vgl. Erich Egg, „Vorwort“, in: Franz Krautgasser 1920–1985, S. 7.
7 Siehe dazu sowie zum Folgenden: Tirol–Frankreich 1945–1960. Spurensicherung einer Begegnung, Ausst.-Kat., Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck 1991.
8 Zu den bekanntesten Werken dieses Dominikanerpaters und Kunsthistorikers zählt die Publikation Kirche und Kunst im 20. Jahrhundert, Styria, Graz 1954 (franz. Originalausgabe Art Sacré au XXe siècle?, Editions du Cerf, Paris 1952). Wie nachhaltig der Vortrag von Pie-Raymond Régamey, O. P. auf die Tiroler Künstler:innenschaft wirkte, zeigt die Tatsache, dass die beiden Künstler:innen Walter Honeder und Ilse Glaninger-Halhuber in ihrer Stellungnahme zur Verteidigung der Fresken von Max Weiler in der Theresienkirche auf der Hungerburg auf die aufgeschlossene Situation in Frankreich verwiesen, wie Régamey sie im Französischen Kulturinstitut dargelegt hatte. Vgl. Günther Dankl, „Golgotha in Tirol. Ein Kapitel Tiroler Kunst- und Kulturgeschichte der Nachkriegszeit“, in: Max Weiler. Die Fresken der Theresienkirche in Innsbruck 1945–47, hg. von Silvia Eiblmayr, Haymon Verlag, Innsbruck 2001, S. 143 ff.
9 Die Auswahl der Künstler und Kunstwerke für die Interbau-Ausstellung spiegelte das weite stilistische Spektrum der westlichen Kultur der Moderne in den 1950er-Jahren wider. Die präsentierten abstrakten Kunstwerke standen damit exemplarisch für jene zeitgenössische Debatte, die zu dieser Zeit vor allen Hans Sedlmayr mit seiner Schrift „Verlust der Mitte“ von 1948 ausgelöst hatte, in der er die Ausdrucksfähigkeit moderner Kunst in Frage stellte. Vgl. „Die Kunst im Hansaviertel – eine Bandbreite künstlerischer Positionen“, Hansaviertel Berlin, https://hansaviertel.berlin/interbau-1957/kunst. Die Einladung an Franz Krautgasser zur Teilnahme an der Ausstellung unterstreicht nicht zuletzt den Stellenwert, den der Künstler zu dieser Zeit bereits eingenommen haben musste.
10 Vgl. Christine Riccabona, Erika Wimmer und Milena Meller, Die Österreichischen Jugendkulturwochen 1950–1960 in Innsbruck, StudienVerlag, Innsbruck 2005.
11 Magdalena Hörmann, Galerie im Taxispalais Innsbruck 1964 bis 1997. Eine Dokumentation, Tyrolia, Innsbruck 1997.
12 Alfred Strobel, „Innsbruck als Zentrum der modernen Kunstpflege“, in: Tiroler Tageszeitung, Nr. 270, 21.11.1960, S. 5.
13 Heinz Mackowitz, „Eindringen in die tiefsten Bereiche“, s. Anm. 1.
im Spiegel der Kunstkritik der 1950er- und 1960er- Jahre
Günther Dankl
„So erkennt man in Krautgasser auf Grund dieser neueren Arbeiten (...), daß er fortan immer dann genannt werden muß, wenn über die zeitgenössische Malerei Tirols gesprochen wird.“
Mit diesen Worten würdigte der damalige Universitätsprofessor für Kunstgeschichte an der Universität Innsbruck, Heinz Mackowitz, 1960 die Ausstellung Franz Krautgassers im Tiroler Kunstpavillon.1 Die Ausstellung markierte zugleich den Höhepunkt der öffentlichen Wahrnehmung des Künstlers und positionierte ihn innerhalb der Tiroler Nachkriegskunst als bedeutende malerische Persönlichkeit. Betrachtet man jedoch die späteren Überblicksdarstellungen zur Kunst nach 1945 in Tirol, so fällt auf, dass Krautgasser darin kaum Berücksichtigung findet. Mit Ausnahme von Erich Eggs Publikation Kunst in Tirol. Malerei und Kunsthandwerk von 19722 bleibt sein Name sowohl bei Eva Kreuzer-Eccel3 als auch im Standard-werk Kunst in Tirol4 unerwähnt. Dies überrascht umso mehr, als bereits wenige Jahre nach seinem Tod 1985 mit der Publikation Franz Krautgasser 1920–1985 eine erste umfangreiche Würdigung seines Werks vorlag.5 Zudem befinden sich Arbeiten des Künstlers in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen Tirols. Die Frage, weshalb Krautgasser dennoch weitgehend aus den kunsthistorischen Narrativen zur Tiroler Moderne ausgeklammert blieb, erscheint daher durchaus berechtigt.
Bereits Ende der 1980er-Jahre wies Erich Egg in seinem Vorwort zur Publikation darauf hin, dass Krautgassers Werk teilweise schon in Vergessenheit geraten sei.6 Als Gründe nannte er einerseits die kurze Dauer seines intensiven künstlerischen Schaffens, andererseits die geringe Ausstellungstätigkeit. Letztere hing nicht zuletzt mit den kulturpolitischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Nachkriegszeit zusammen, in denen Kunsterzieher:innen als öffentlich Bedienstete vielfach nicht in direkte Konkurrenz zu freischaffenden Künstler:innen treten sollten. Hinzu kam die Leukämieerkrankung des Künstlers ab 1961, die seine künstlerische Tätigkeit zunehmend einschränkte.
Um Krautgassers Position innerhalb der Tiroler Kunstszene nachvollziehen zu können, wird es daher notwendig sein, einen Blick auf das kulturelle Umfeld der 1950er- und 1960er-Jahre zu werfen und seine Teilhabe daran aufzuzeigen.
Tiroler Kunstszene der 1950er- und 1960er-Jahre
Franz Krautgasser schloss 1947 seine Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste in Wien in der Meisterklasse für Kunsterziehung bei Gerda Matejka-Felden ab. Zusätzlich besuchte er unter anderem den Abendakt-Kurs bei Herbert Boeckl. Nach einem Probejahr wurde er 1949 in den regulären Schuldienst übernommen und unterrichtete bis zu seiner Pensionierung 1977 an Innsbrucker Gymnasien. Parallel dazu nahm er aktiv am Kunstleben in Hall in Tirol und Innsbruck teil.
Die Tiroler Kunst- und Kulturszene der Nachkriegszeit war von einem Spannungsverhältnis zwischen traditioneller Prägung und schrittweiser Öffnung zur internationalen Moderne gekennzeichnet. Dominierte nach 1954 formal noch eine an Positionen des österreichischen Expressionismus der 1920er-Jahre orientierte Bildsprache, wie sie etwa bei Max Weilers skandalumwitterten Fresken für die Theresienkirche auf der Hungerburg (1945–1948) zutage trat [1] so setzte – wenn auch zunächst zögerlich – eine Auseinandersetzung mit internationalen Entwicklungen ein. Eine zentrale Rolle nahmen dabei neue institutionelle und diskursive Räume und Veranstaltungen ein.
Zu den wichtigsten Impulsgebern dieser Öffnung zählte das 1946 gegründete Institut Français unter der Leitung von Maurice Besset. Mit seinem Ausstellungsprogramm brachte das Institut nicht nur Werke der klassischen französischen Moderne nach Tirol, sondern präsentierte auch Positionen des Informel und der École de Paris.7 Die Eröffnungsausstellung der Einrichtung 1946 bestand aus der repräsentativen Schau Chefs d’œuvre du Musée d’art moderne de Paris mit unter anderem 37 Werken des Who-is-Who der Kunst der französischen Moderne wie Pierre Bonnard, Maurice Denis, Raoul Dufy, Fernand Léger, André Lhote, Henri Matisse oder Édouard Vuillard. [2] Darüber hinaus bedeutende Ausstellungen waren Meister französischer Graphik der Gegenwart (1949), Moderne religiöse Graphik (1951), Handzeichnungen französischer Bildhauer des 20. Jahrhunderts (1952), Picasso: Graphik (1958) oder die auf Anregung von Maurice Besset im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum gezeigte Schau École de Paris (1959).
Eine der wegweisendsten zeitgenössischen Ausstellungen war zudem 1940–1950. Französisches Kunstschaffen aus 10 Jahren im Sommer 1950. Mit Gemälden und Grafiken wie von Hans Hartung, Roger Bissière, Gérard Schneider, Léon Gischia [3][4] oder Alfred Manessiere wurden hier erstmals lyrisch-abstrakte Werke der zeitgenössischen informellen Generation vorgestellt. Zu den meisten dieser Werkpräsentationen fanden allgemein zugängliche Gesprächsabende sowie begleitende Vorträge statt. So hielt Anfang Juni 1951 im Anschluss an Moderne religiöse Graphik einer der wichtigsten Theoretiker der modernen christlichen Kunst, Pie-Raymond Régamey, O. P. (1900–1996), einen allseits gelobten Vortrag.8
Wenngleich nicht belegt, so ist doch anzunehmen, dass Krautgasser diese Ausstellungen besucht und sich mit den darin gezeigten Werken auseinandergesetzt hat. Am bedeutendsten für die Entwicklung seiner Bildsprache der 1950er-Jahre war sicherlich die oben erwähnte Schau 1940–1950. Französisches Kunstschaffen aus 10 Jahren. Durch sie erfuhr er nicht nur wertvolle Anregungen für sein eigenes, vor allem zwischen 1955 und 1959 entstandenes Schaffen, sondern auch die Bestätigung dafür, einen einmaligen Beitrag in der Abkehr von der bis dahin in Tirol vorherrschenden figurativen Expression hin zur reinen Abstraktion geschaffen zu haben. Für sein religiöses Werk inspirierend mögen die beiden 1948 respektive 1955 organisierten Ausstellungen mit Werken von Georges Rouault gewesen sein. [5]
Neben seinen Präsentationen moderner und zeitgenössischer Kunst aus Frankreich bot das Institut Français auch jungen Tiroler Künstler:innen der Nachkriegsgeneration eine wichtige Plattform. So widmete es bereits zwei Jahre nach seiner Gründung 1948 jenen jeunes peintres tyroliens d’avantgarde eine erste Gruppenausstellung. Zu den dabei mitwirkenden Künstler:innen zählten Max Weiler, Paul Flora, Helmut Rehm, Gerhild Diesner und Ilse Glaninger-Halhuber. Franz Krautgasser, der damals erst ein Jahr zuvor seine Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste in Wien abgeschlossen hatte und daher in Tirol zu dieser Zeit noch nicht im Kunstgeschehen verankert war, fehlte. Wohl vertreten hingegen war er knapp 10 Jahre später, 1957, in der Ausstellung Reiseeindrücke. Tiroler Künstler in Frankreich. Gezeigt wurden in Frankreich entstandene Skizzen und Grafiken von acht Tiroler Künstlern, die im Rahmen von Stipendien oder Studienreisen Frankreich besucht hatten. Neben Krautgasser, der 1956 ein Reisestipendium erhielt, waren weiters Fritz Berger, Wilfried Kirschl, Anton Tiefenthaler oder Max Weiler in der Ausstellung vertreten.
In engem Zusammenhang mit den vom Institut Français vergebenen Reisestipendien stand der 1952 auf Initiative von Paul Flora gegründete Österreichische Grafikwettbewerb Innsbruck, der sich rasch zu einem der bedeutendsten Wettbewerbe für grafische Techniken in Österreich entwickelte. Für viele junge Künstler:innen stellte er eine der wenigen Möglichkeiten dar, ihre Arbeiten öffentlich zu präsentieren und mit internationalen Entwicklungen in Kontakt zu treten. Franz Krautgasser nahm bereits von Beginn an daran teil: 1952 erhielt er für die Monotypien Traudl, der Fisch und Spiegel eine lobende Erwähnung; Preiszuerkennungen folgten 1955 für die Tuschpinselzeichnung Trafostation und 1961 beteiligte er sich mit einer in Lackfarbe ausgeführten Komposition. Im selben Jahr wurde vom Land Tirol seine Lackkomposition Schmerzensmann, entstanden um 1956/57 (siehe Seite 41, [2]), angekauft, die schon 1957 in der Interbau-Ausstellung in der St.-Ansgar-Kirche im Berliner Hansaviertel als einziger Beitrag Österreichs präsentiert worden war.9
Eine weitere zentrale Rolle spielten die zwischen 1950 und 1969 durchgeführten Österreichischen Jugendkulturwochen in Innsbruck.10 Sie verstanden sich als Zeichen des kulturellen Wiederaufbaus und boten jungen Künstler:innen aus Literatur, Musik und bildender Kunst ein Forum für Austausch und Präsentation. Persönlichkeiten wie Ernst Jandl, Thomas Bernhard, Friedrich Cerha oder Otto M. Zykan traten hier früh in Erscheinung. Im Tiroler Kunstpavillon der Tiroler Künstlerschaft fanden ab 1952 alljährlich Ausstellungen unter dem Titel Die Jungen statt, die junge Tiroler Künstler:innen gemeinsam mit Positionen aus ganz Österreich zeigten. Dass Franz Krautgasser in den Schauen der Jugendkulturwochen nicht präsent war, mag damit zusammenhängen, dass er als Jahrgang 1920 rund zehn Jahre älter war als die fast ausschließlich nach 1930 Geborenen, womit er nicht mehr in das Auswahlkriterium für die damals junge Generation passte.
Die Gründung der Galerie im Taxispalais 1965 bedeutete für Tirol auch die Schaffung einer Einrichtung, die erstmals ein Ort, der zeitgenössische internationale Kunst systematisch im Programm hatte und mit lokalen Positionen in Beziehung setzte.11 Daneben diente die Taxisgalerie als Ausstellungsort des 1968 als Nachfolgeorganisation der Jugendkulturwochen gegründeten Forums für aktuelle Kunst.
Mit dem Bau des Tiroler Kunstpavillons 1950/51 fand die 1946 als private Interessensvertretung gegründete Tiroler Künstlerschaft nicht nur ihren bis heute aktuellen Vereinssitz, sondern auch einen Galerieraum für die Präsentation von vorwiegend Werken ihrer Mitglieder. Dabei lagen von Beginn an die Bestrebungen des Vereins darin, auch aktuellen Positionen im Spannungsfeld zwischen Fortschritt und Tradition eine Plattform zu bieten. So auch Franz Krautgasser, dem 1960 dort eine erste repräsentative Schau seines Schaffens ermöglicht wurde.
Insgesamt lässt sich Tirol – insbesondere Innsbruck – in den 1960er-Jahren als ein kleiner, aber dynamischer Knotenpunkt beschreiben, an dem sich der Übergang von einer regional geprägten Nachkriegskunst hin zu einer stärker international orientierten Moderne vollzog. Innerhalb dieses kulturellen Umfelds ist auch die Stellung Franz Krautgassers zu verorten.
Ausstellungschronologie Franz Krautgasser
Krautgassers Ausstellungstätigkeit lässt sich in mehrere Phasen gliedern. Die erste, bis 1961 reichende Phase begann mit seiner Beteiligung an der 1. Haller Kunstausstellung 1949 und endete mit der Präsentation einer Arbeit beim 8. Österreichischen Grafikwettbewerb 1961. Mit dem Ausbruch seiner Erkrankung reduzierte sich seine öffentliche Präsenz erheblich. Bis zu seinem Tod 1985 war er nur noch vereinzelt an Ausstellungen beteiligt, darunter 1964 bei tiroler kunst heute im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum sowie 1970 an einer Schau anlässlich eines Kunsterzieher:innenkongresses im Tiroler Volkskunstmuseum. 1972 wurden Arbeiten Krautgassers im Rahmen der Haller Künstler-Kollektion in der Galerie St. Barbara in Hall in Tirol gezeigt. Nach 1985 folgten mehrere Retrospektivausstellungen, zuletzt 2025/26 zum 40. Todestag.
Besonders die Präsentationen der ersten Phase belegen Franz Krautgassers aktive Rolle in der Tiroler Nachkriegskunst. Bereits früh wurde seine Kunst als „modern“ und „herausragend“ beschrieben. Er nahm an wichtigen regionalen und überregionalen Ausstellungen teil, darunter an der Tiroler Kunstausstellung im Wiener Künstlerhaus 1951 sowie 1949 und 1950 an den beiden Haller Kunstausstellungen, in denen er neben Max Weiler, Helmut Rehm oder Peter Prandstetter mit Werken vertreten war.
Den Höhepunkt seiner öffentlichen Wahrnehmung bildete sicherlich die 1960 im Tiroler Kunstpavillon gezeigte Kollektivausstellung Franz Krautgasser. Mit rund 50 ausgestellten Arbeiten stellte sie die umfangreichste Darbietung seines Œuvres zu Lebzeiten dar. Die Resonanz in der Presse war außerordentlich positiv. Alfred Strobel sprach in der Tiroler Tageszeitung von Innsbruck als einem „Zentrum der modernen Kunstpflege“.12 Heinz Mackowitz wiederum betonte Krautgassers „ernst-haftes Bemühen zu ausdrucksstarken Formen“ und charakterisierte ihn als „starke und individuelle Persönlichkeit“.13
Die nach 1985 organisierten Ausstellungen waren zum Großteil vom Kunsthandel oder von Galerien durchgeführte Gedächtnis- bzw. Verkaufsausstellungen. Gezeigt wurden vorwiegend realistisch gehaltene Akte, Porträts oder Landschaften. Kaum ausgestellt hingegen wurde sein umfangreiches abstraktes Schaffen. Damit wurde ein Bild des Künstlers vermittelt, das seinem tatsächlichen Stellenwert innerhalb der Tiroler Kunstentwicklung der 1950er- und 1960er-Jahre nur unzulänglich gerecht wurde.
Heute erscheint Franz Krautgasser als eine jener Künstler:innenpersönlichkeiten, die in den 1950er-Jahren den Übergang von einer regional geprägten Tiroler Nachkriegskunst hin zu einer internationalen Moderne mitgetragen haben, ohne dauer-haft in den kunsthistorischen Kanon aufgenommen worden zu sein. Sein Werk steht exemplarisch für die Spannungen zwischen Tradition, individueller Bildsprache und internationaler Öffnung, welche die Kunstszene im Tirol der 1950er- und 1960er-Jahre charakterisierten. Gerade vor dem Hintergrund neuerer Forschungen zur österreichischen Nachkriegsmoderne gewinnt das Schaffen von Franz Krautgasser zunehmend an kunsthistorischer Bedeutung – nicht nur als Dokument seiner Zeit, sondern auch als eigenständige künstlerische Position innerhalb der Tiroler Moderne.
1 h. m. (Heinz Mackowitz), „Eindringen in die tiefsten Bereiche. Zur Ausstellung Franz Krautgasser im Kunstpavillon“, in: Tiroler Nachrichten, Nr. 264, 14.11.1960, S. 5.
2 Vgl. Erich Egg, Kunst in Tirol. Malerei und Kunsthandwerk, Tyrolia, Innsbruck 1972.
3 Vgl. Eva Kreuzer-Eccel, Aufbruch. Malerei und Graphik in Nord-Ost-Südtirol nach 1945, Athesia-Tappeiner Verlag, Bozen 1982.
4 Vgl. Evi Wierer, Paul Naredi-Rainer und Lukas Madersbacher (Hg.), Kunst in Tirol, Bd. 2, Tyrolia, Innsbruck 2007.
5 Helga Reichart, Franz Krautgasser 1920–1985, Tyrolia, Innsbruck 1989.
6 Vgl. Erich Egg, „Vorwort“, in: Franz Krautgasser 1920–1985, S. 7.
7 Siehe dazu sowie zum Folgenden: Tirol–Frankreich 1945–1960. Spurensicherung einer Begegnung, Ausst.-Kat., Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck 1991.
8 Zu den bekanntesten Werken dieses Dominikanerpaters und Kunsthistorikers zählt die Publikation Kirche und Kunst im 20. Jahrhundert, Styria, Graz 1954 (franz. Originalausgabe Art Sacré au XXe siècle?, Editions du Cerf, Paris 1952). Wie nachhaltig der Vortrag von Pie-Raymond Régamey, O. P. auf die Tiroler Künstler:innenschaft wirkte, zeigt die Tatsache, dass die beiden Künstler:innen Walter Honeder und Ilse Glaninger-Halhuber in ihrer Stellungnahme zur Verteidigung der Fresken von Max Weiler in der Theresienkirche auf der Hungerburg auf die aufgeschlossene Situation in Frankreich verwiesen, wie Régamey sie im Französischen Kulturinstitut dargelegt hatte. Vgl. Günther Dankl, „Golgotha in Tirol. Ein Kapitel Tiroler Kunst- und Kulturgeschichte der Nachkriegszeit“, in: Max Weiler. Die Fresken der Theresienkirche in Innsbruck 1945–47, hg. von Silvia Eiblmayr, Haymon Verlag, Innsbruck 2001, S. 143 ff.
9 Die Auswahl der Künstler und Kunstwerke für die Interbau-Ausstellung spiegelte das weite stilistische Spektrum der westlichen Kultur der Moderne in den 1950er-Jahren wider. Die präsentierten abstrakten Kunstwerke standen damit exemplarisch für jene zeitgenössische Debatte, die zu dieser Zeit vor allen Hans Sedlmayr mit seiner Schrift „Verlust der Mitte“ von 1948 ausgelöst hatte, in der er die Ausdrucksfähigkeit moderner Kunst in Frage stellte. Vgl. „Die Kunst im Hansaviertel – eine Bandbreite künstlerischer Positionen“, Hansaviertel Berlin, https://hansaviertel.berlin/interbau-1957/kunst. Die Einladung an Franz Krautgasser zur Teilnahme an der Ausstellung unterstreicht nicht zuletzt den Stellenwert, den der Künstler zu dieser Zeit bereits eingenommen haben musste.
10 Vgl. Christine Riccabona, Erika Wimmer und Milena Meller, Die Österreichischen Jugendkulturwochen 1950–1960 in Innsbruck, StudienVerlag, Innsbruck 2005.
11 Magdalena Hörmann, Galerie im Taxispalais Innsbruck 1964 bis 1997. Eine Dokumentation, Tyrolia, Innsbruck 1997.
12 Alfred Strobel, „Innsbruck als Zentrum der modernen Kunstpflege“, in: Tiroler Tageszeitung, Nr. 270, 21.11.1960, S. 5.
13 Heinz Mackowitz, „Eindringen in die tiefsten Bereiche“, s. Anm. 1.
Franz Krautgasser
His Role in the Tyrolean Art Scene and Art Critique of the 1950s and 1960s
Günther Dankl
“Given these recent works, from now on Krautgasser’s name must always be mentioned whenever there is talk about contemporary Tyrolean painting.”
With these words, Heinz Mackowitz, then professor of art history at the University of Innsbruck, honored Franz Krautgasser’s 1960 exhibition at the Tyrolean Art Pavilion.1 This show marked the pinnacle in the artist’s public recognition and put him on the map as a prominent figure in postwar Tyrolean painting. That said, when one peruses later surveys of post-1945 art in Tyrol, it is striking that Krautgasser seldom receives mention. With the exception of Erich Egg’s 1972 publication Kunst in Tirol. Malerei und Kunsthandwerk (Art in Tyrol. Painting and Handcraft),2 his name is not listed either by Eva Kreuzer-Eccel3 or in the standard work Kunst in Tirol.4 It is all the more surprising that already within a few years of his death in 1985, the publication Franz Krautgasser 1920–1985 provided a first comprehensive overview of his work.5 What’s more, as the artist’s works are held in major public and private collections in Tyrol, the question as to why Krautgasser remained largely excluded from art-historical narratives on Tyrolean modernism is quite justified.
In the late 1980s, Erich Egg mentioned in his foreword to the publication that Krautgasser’s oeuvre had, in part, already fallen into obscurity.6 He noted that the reasons were probably the brief duration of his intensive artistic career and his limited exhibition activities. The latter was due in no small part to the cultural, political, and social conditions of the postwar period, in which art educators, as public servants, were often expected to not compete directly with independent artists. The artist’s struggle with leukemia, which began in 1961, further inhibited his artistic endeavors.
To fully understand Krautgasser’s position within the Tyrolean art scene, we need to take a closer look at the cultural context of the 1950s and 1960s and his involvement within it.
The Tyrolean Art Scene of the 1950s and 1960s
Franz Krautgasser completed his training at the Academy of Fine Arts Vienna in 1947 in Gerda Matejka-Felden’s master class for art education. He also attended the “evening nude” drawing class taught by Herbert Boeckl, among others. After a probationary year, he was hired as a full-time teacher in 1949 and taught at high schools in Innsbruck until his retirement in 1977. Parallel, he actively participated in the art scene in Hall in Tyrol and Innsbruck.
The postwar art and culture scene in Tyrol oscillated between traditional styles and a gradual shift toward international modernism. While the visual language after 1954 was still dominated formally by positions of Austrian Expressionism of the 1920s—as seen, for example, in Max Weiler’s scandal-ridden frescoes for the Theresienkirche on the Hungerburg (1945–1948)—the engagement with international developments was beginning to take hold, albeit hesitantly at first. New institutional and discursive spaces and events played a central role in this process. [1]
One of the driving forces behind this open-ing was the Institut Français, founded in 1946 and headed by Maurice Besset. Through its exhibition program, the institute not only introduced art of the French modernist movement to Tyrol but also showcased works of Art Informel and the École de Paris.7 The institute’s 1946 inaugural exhibition entitled Chefs d’œuvre du Musée d’art moderne de Paris featured 37 works by the who’s who of French modern art, including Pierre Bonnard, Maurice Denis, Raoul Dufy, Fernand Léger, André Lhote, Henri Matisse, and Édouard Vuillard. [2]
Other notable exhibitions included Meister französischer Graphik der Gegenwart (Masters of Contemporary French Printmaking, 1949), Moderne religiöse Graphik (Modern Religious Printmaking, 1951), Handzeichnungen französischer Bildhauer des 20. Jahrhunderts (Hand Drawings by 20th-Century French Sculptors, 1952), Picasso: Graphik (Picasso: Prints, 1958), and École de Paris (1959), presented at the Tyrolean State Museum Ferdinandeum upon recommendation of Maurice Besset.
Another groundbreaking contemporary show was 1940–1950. Französisches Kunstschaffen aus 10 Jahren (French Art from the Past 10 Years), held in the summer of 1950. With paintings and prints by artists such as Hans Hartung, Roger Bissière, Gérard Schneider, Léon Gischia, and Alfred Manessiere, visitors could encounter lyrical-abstract works by the contemporary Informel generation for the first time. [3][4]
Public discussion evenings and accompanying lectures were held in conjunction with most of these exhibitions. For example, in early June 1951, following the exhibition Moderne religiöse Graphik, one of the most esteemed theorists of modern Christian art, Pie-Raymond Régamey, O.P. (1900–1996), delivered a highly acclaimed lecture.8
Although there is no evidence to support it, it is safe to assume that Krautgasser attended these exhibitions and engaged with the pieces on display. The aforementioned 1940–1950. Französisches Kunstschaffen aus 10 Jahren exhibition undoubtedly furthered the development of his visual language in the 1950s. He derived valuable inspiration for his own work, above all for that between 1955 and 1959, but also found confidence for making a unique contribution to the shift away from the figurative expressionism that had previously dominated Tyrol in favor of pure abstraction. The two exhibitions organized in 1948 and 1955 respectively, featuring works by Georges Rouault, may have, in turn, been an impulse for his religious works. [5]
Alongside its showcases of modern and contemporary art from France, the Institut Français also became an important hub for young Tyrolean artists of the postwar generation. Just two years after its founding in 1948, it dedicated a first group exhibition to those jeunes peintres tyroliens d’avant-garde. Among the participating artists were Max Weiler, Paul Flora, Helmut Rehm, Gerhild Diesner, and Ilse Glaninger-Halhuber. Franz Krautgasser, who had recently completed his studies at the Academy of Fine Arts Vienna just one year earlier and therefore was not yet established in the Tyrolean art scene, was notably absent. About ten years later, however, he did participate in the 1957 exhibition Reiseeindrücke. Tiroler Künstler in Frankreich (Travel Impressions of Tyrolean Artists in France). The show presented sketches and prints by eight Tyrolean artists created on scholarships or study trips in the country. In addition to Krautgasser, who received a travel scholarship in 1956, the exhibition also included works by Fritz Berger, Wilfried Kirschl, Anton Tiefenthaler, and Max Weiler.
Closely associated with the travel grants awarded by the Institut Français was the Österreichische Grafikwettbewerb (Austrian Graphic Arts Competition) in Innsbruck, founded in 1952 at the initiative of Paul Flora, which quickly became one of the most important competitions for graphic techniques in Austria. For many young artists, it represented one of the few opportunities to present their work publicly and to come into contact with international developments. Franz Krautgasser took part from the very beginning: in 1952, his monotypes Traudl, der Fisch (Traudl, the Fish ) and Spiegel (Mirror) received an honorable mention; awards followed in 1955 for his ink-brush drawing Trafostation; and in
1961, he participated with a composition executed in lacquer paint. In the same year, the State of Tyrol purchased his lacquer composition Schmerzensmann (Man of Sorrows) from around 1956–57 (see p. 41, [2]), which had already been presented in 1957 as Austria’s sole contribution to the Interbau exhibition at St. Ansgar Church in Berlin’s Hansaviertel.9
The Österreichische Jugendkulturwochen (Austrian Youth Culture Weeks), held in Innsbruck between 1950 and 1969, played a similar key role.10 Conceived as a symbol of cultural rebuilding, this courageous initiative offered young artists in literature, music, and the visual arts a forum for exchange and presentation. Figures such as Ernst Jandl, Thomas Bernhard, Friedrich Cerha, and Otto M. Zykan made their appearances here early on. Starting in 1952, the Art Pavilion of the Tyrolean Artists’
Association hosted annual exhibitions titled Die Jungen (The Young), featuring young Tyrolean artists alongside works from throughout Austria. That Franz Krautgasser was not represented in Jugendkulturwochen exhibitions may be owed to the fact that he, born in 1920, was about ten years older than the other artists—almost all of whom were born after 1930—and thus no longer counted among the “young generation.”
The founding of the Galerie im Taxispalais in 1965 provided Tyrol, for the first time, with a venue that systematically incorporated (or offered/curated) contemporary international art in its program and contextualized it with local art practices.11 Additionally, the Taxisgalerie served as an exhibition space for the Forum für aktuelle Kunst (Forum for Contemporary Art), founded in 1968 as the successor organization to the Jugendkulturwochen.
The construction of the Art Pavilion in 1950–51 by the Tyrolean Artists’ Association—founded in 1946 as a private lobby group—not only secured its then and present-day headquarters, it also bestowed a gallery space for exhibiting primarily the works of its members. From the very beginning, the association’s efforts were aimed at providing a platform for contemporary artistic positions situated at the intersection of progressive modernism and tradition. This included Franz Krautgasser, who was given the opportunity to hold his first major exhibition of his work there in 1960.
All in all, Tyrol in the 1960s, and Innsbruck in particular, can be summed up as a small yet dynamic hub, which saw the transition from regionally influenced postwar art to a more internationally oriented modernism—a cultural context in which Franz Krautgasser’s artistic position was firmly anchored, too.
Franz Krautgasser’s Exhibition Chronology
Krautgasser’s exhibition history can be broken down into several phases. The first, lasting until 1961, began with his participation in the first Haller Kunstausstellung (Hall Art Exhibition) in 1949 and ended with the presentation of a work at the 8. Österreichischen Grafikwettbewerb (8th Austrian Graphic Arts Competition) in 1961. With the onset of his health problems, his public presence diminished considerably. Until his death in 1985, he participated in exhibitions only sporadically, including the 1964 tiroler kunst heute (Tyrolean Art Today) at the Tyrolean State Museum Ferdinandeum and an exhibition in 1970 held in conjunction with an art educators congress at the Tyrolean Folk Art Museum. In 1972, works by Krautgasser were exhibited as part of the Haller Künstler-Kollektion (Hall Artists Collection) at Galerie St. Barbara in Hall, Tyrol. After 1985, several retrospective exhibitions followed, most recently in 2025–26 to mark the 40th anniversary of his death.
Especially the exhibitions from this first phase testify to Franz Krautgasser’s active role in postwar Tyrolean art. Already at an early stage, his practice was described as “modern” and “outstanding.” He participated in major regional and national exhibitions, including the Tiroler Kunstausstellung (Tyrolean Art Exhibition) at the Vienna Künstlerhaus in 1951 as well as the two Haller Kunstausstellungen in 1949 and 1950, where his works were displayed alongside those of Max Weiler, Helmut Rehm, and Peter Prandstetter.
The highlight of his public visibility was undoubtedly Kollektivausstellung Franz Krautgasser, shown at the Tyrolean Art Pavilion in 1960. With approximately 50 works on display, it was the most comprehensive presentation of his oeuvre during his lifetime. The response in the press was overwhelmingly positive. In the Tiroler Tageszeitung, Alfred Strobel referred to Innsbruck as a “center for the cultivation of modern art.”12 Heinz Mackowitz, in turn, emphasized Krautgasser’s “sincere pursuit of expressive forms” and attested him a “strong and distinctive personality.”13
The exhibitions organized after 1985 were largely commemorative or sales exhibitions held by art dealers or galleries. The works on view were predominantly realistic nudes, portraits, or landscapes. In contrast, his extensive body of abstract work was rarely exhibited. This conveyed an image of the artist that did not do justice to his influential role in Tyrolean art of the 1950s and 1960s.
Today, Franz Krautgasser is regarded as one of those artistic figures who, in the 1950s, helped bring about the transition from regionally influenced postwar Tyrolean art to international modernism, without lasting acceptance into the art-historical canon. His work exemplifies the frictions between tradition, personal visual language, and international openness that shaped the art scene in Tyrol during the 1950s and 1960s. In light of recent research on Austrian postwar modernism, Franz Krautgasser’s work is increasingly gaining its due art-historical significance—not only as a document of his time but also as a distinct artistic position within Tyrolean modernism.
His Role in the Tyrolean Art Scene and Art Critique of the 1950s and 1960s
Günther Dankl
“Given these recent works, from now on Krautgasser’s name must always be mentioned whenever there is talk about contemporary Tyrolean painting.”
With these words, Heinz Mackowitz, then professor of art history at the University of Innsbruck, honored Franz Krautgasser’s 1960 exhibition at the Tyrolean Art Pavilion.1 This show marked the pinnacle in the artist’s public recognition and put him on the map as a prominent figure in postwar Tyrolean painting. That said, when one peruses later surveys of post-1945 art in Tyrol, it is striking that Krautgasser seldom receives mention. With the exception of Erich Egg’s 1972 publication Kunst in Tirol. Malerei und Kunsthandwerk (Art in Tyrol. Painting and Handcraft),2 his name is not listed either by Eva Kreuzer-Eccel3 or in the standard work Kunst in Tirol.4 It is all the more surprising that already within a few years of his death in 1985, the publication Franz Krautgasser 1920–1985 provided a first comprehensive overview of his work.5 What’s more, as the artist’s works are held in major public and private collections in Tyrol, the question as to why Krautgasser remained largely excluded from art-historical narratives on Tyrolean modernism is quite justified.
In the late 1980s, Erich Egg mentioned in his foreword to the publication that Krautgasser’s oeuvre had, in part, already fallen into obscurity.6 He noted that the reasons were probably the brief duration of his intensive artistic career and his limited exhibition activities. The latter was due in no small part to the cultural, political, and social conditions of the postwar period, in which art educators, as public servants, were often expected to not compete directly with independent artists. The artist’s struggle with leukemia, which began in 1961, further inhibited his artistic endeavors.
To fully understand Krautgasser’s position within the Tyrolean art scene, we need to take a closer look at the cultural context of the 1950s and 1960s and his involvement within it.
The Tyrolean Art Scene of the 1950s and 1960s
Franz Krautgasser completed his training at the Academy of Fine Arts Vienna in 1947 in Gerda Matejka-Felden’s master class for art education. He also attended the “evening nude” drawing class taught by Herbert Boeckl, among others. After a probationary year, he was hired as a full-time teacher in 1949 and taught at high schools in Innsbruck until his retirement in 1977. Parallel, he actively participated in the art scene in Hall in Tyrol and Innsbruck.
The postwar art and culture scene in Tyrol oscillated between traditional styles and a gradual shift toward international modernism. While the visual language after 1954 was still dominated formally by positions of Austrian Expressionism of the 1920s—as seen, for example, in Max Weiler’s scandal-ridden frescoes for the Theresienkirche on the Hungerburg (1945–1948)—the engagement with international developments was beginning to take hold, albeit hesitantly at first. New institutional and discursive spaces and events played a central role in this process. [1]
One of the driving forces behind this open-ing was the Institut Français, founded in 1946 and headed by Maurice Besset. Through its exhibition program, the institute not only introduced art of the French modernist movement to Tyrol but also showcased works of Art Informel and the École de Paris.7 The institute’s 1946 inaugural exhibition entitled Chefs d’œuvre du Musée d’art moderne de Paris featured 37 works by the who’s who of French modern art, including Pierre Bonnard, Maurice Denis, Raoul Dufy, Fernand Léger, André Lhote, Henri Matisse, and Édouard Vuillard. [2]
Other notable exhibitions included Meister französischer Graphik der Gegenwart (Masters of Contemporary French Printmaking, 1949), Moderne religiöse Graphik (Modern Religious Printmaking, 1951), Handzeichnungen französischer Bildhauer des 20. Jahrhunderts (Hand Drawings by 20th-Century French Sculptors, 1952), Picasso: Graphik (Picasso: Prints, 1958), and École de Paris (1959), presented at the Tyrolean State Museum Ferdinandeum upon recommendation of Maurice Besset.
Another groundbreaking contemporary show was 1940–1950. Französisches Kunstschaffen aus 10 Jahren (French Art from the Past 10 Years), held in the summer of 1950. With paintings and prints by artists such as Hans Hartung, Roger Bissière, Gérard Schneider, Léon Gischia, and Alfred Manessiere, visitors could encounter lyrical-abstract works by the contemporary Informel generation for the first time. [3][4]
Public discussion evenings and accompanying lectures were held in conjunction with most of these exhibitions. For example, in early June 1951, following the exhibition Moderne religiöse Graphik, one of the most esteemed theorists of modern Christian art, Pie-Raymond Régamey, O.P. (1900–1996), delivered a highly acclaimed lecture.8
Although there is no evidence to support it, it is safe to assume that Krautgasser attended these exhibitions and engaged with the pieces on display. The aforementioned 1940–1950. Französisches Kunstschaffen aus 10 Jahren exhibition undoubtedly furthered the development of his visual language in the 1950s. He derived valuable inspiration for his own work, above all for that between 1955 and 1959, but also found confidence for making a unique contribution to the shift away from the figurative expressionism that had previously dominated Tyrol in favor of pure abstraction. The two exhibitions organized in 1948 and 1955 respectively, featuring works by Georges Rouault, may have, in turn, been an impulse for his religious works. [5]
Alongside its showcases of modern and contemporary art from France, the Institut Français also became an important hub for young Tyrolean artists of the postwar generation. Just two years after its founding in 1948, it dedicated a first group exhibition to those jeunes peintres tyroliens d’avant-garde. Among the participating artists were Max Weiler, Paul Flora, Helmut Rehm, Gerhild Diesner, and Ilse Glaninger-Halhuber. Franz Krautgasser, who had recently completed his studies at the Academy of Fine Arts Vienna just one year earlier and therefore was not yet established in the Tyrolean art scene, was notably absent. About ten years later, however, he did participate in the 1957 exhibition Reiseeindrücke. Tiroler Künstler in Frankreich (Travel Impressions of Tyrolean Artists in France). The show presented sketches and prints by eight Tyrolean artists created on scholarships or study trips in the country. In addition to Krautgasser, who received a travel scholarship in 1956, the exhibition also included works by Fritz Berger, Wilfried Kirschl, Anton Tiefenthaler, and Max Weiler.
Closely associated with the travel grants awarded by the Institut Français was the Österreichische Grafikwettbewerb (Austrian Graphic Arts Competition) in Innsbruck, founded in 1952 at the initiative of Paul Flora, which quickly became one of the most important competitions for graphic techniques in Austria. For many young artists, it represented one of the few opportunities to present their work publicly and to come into contact with international developments. Franz Krautgasser took part from the very beginning: in 1952, his monotypes Traudl, der Fisch (Traudl, the Fish ) and Spiegel (Mirror) received an honorable mention; awards followed in 1955 for his ink-brush drawing Trafostation; and in
1961, he participated with a composition executed in lacquer paint. In the same year, the State of Tyrol purchased his lacquer composition Schmerzensmann (Man of Sorrows) from around 1956–57 (see p. 41, [2]), which had already been presented in 1957 as Austria’s sole contribution to the Interbau exhibition at St. Ansgar Church in Berlin’s Hansaviertel.9
The Österreichische Jugendkulturwochen (Austrian Youth Culture Weeks), held in Innsbruck between 1950 and 1969, played a similar key role.10 Conceived as a symbol of cultural rebuilding, this courageous initiative offered young artists in literature, music, and the visual arts a forum for exchange and presentation. Figures such as Ernst Jandl, Thomas Bernhard, Friedrich Cerha, and Otto M. Zykan made their appearances here early on. Starting in 1952, the Art Pavilion of the Tyrolean Artists’
Association hosted annual exhibitions titled Die Jungen (The Young), featuring young Tyrolean artists alongside works from throughout Austria. That Franz Krautgasser was not represented in Jugendkulturwochen exhibitions may be owed to the fact that he, born in 1920, was about ten years older than the other artists—almost all of whom were born after 1930—and thus no longer counted among the “young generation.”
The founding of the Galerie im Taxispalais in 1965 provided Tyrol, for the first time, with a venue that systematically incorporated (or offered/curated) contemporary international art in its program and contextualized it with local art practices.11 Additionally, the Taxisgalerie served as an exhibition space for the Forum für aktuelle Kunst (Forum for Contemporary Art), founded in 1968 as the successor organization to the Jugendkulturwochen.
The construction of the Art Pavilion in 1950–51 by the Tyrolean Artists’ Association—founded in 1946 as a private lobby group—not only secured its then and present-day headquarters, it also bestowed a gallery space for exhibiting primarily the works of its members. From the very beginning, the association’s efforts were aimed at providing a platform for contemporary artistic positions situated at the intersection of progressive modernism and tradition. This included Franz Krautgasser, who was given the opportunity to hold his first major exhibition of his work there in 1960.
All in all, Tyrol in the 1960s, and Innsbruck in particular, can be summed up as a small yet dynamic hub, which saw the transition from regionally influenced postwar art to a more internationally oriented modernism—a cultural context in which Franz Krautgasser’s artistic position was firmly anchored, too.
Franz Krautgasser’s Exhibition Chronology
Krautgasser’s exhibition history can be broken down into several phases. The first, lasting until 1961, began with his participation in the first Haller Kunstausstellung (Hall Art Exhibition) in 1949 and ended with the presentation of a work at the 8. Österreichischen Grafikwettbewerb (8th Austrian Graphic Arts Competition) in 1961. With the onset of his health problems, his public presence diminished considerably. Until his death in 1985, he participated in exhibitions only sporadically, including the 1964 tiroler kunst heute (Tyrolean Art Today) at the Tyrolean State Museum Ferdinandeum and an exhibition in 1970 held in conjunction with an art educators congress at the Tyrolean Folk Art Museum. In 1972, works by Krautgasser were exhibited as part of the Haller Künstler-Kollektion (Hall Artists Collection) at Galerie St. Barbara in Hall, Tyrol. After 1985, several retrospective exhibitions followed, most recently in 2025–26 to mark the 40th anniversary of his death.
Especially the exhibitions from this first phase testify to Franz Krautgasser’s active role in postwar Tyrolean art. Already at an early stage, his practice was described as “modern” and “outstanding.” He participated in major regional and national exhibitions, including the Tiroler Kunstausstellung (Tyrolean Art Exhibition) at the Vienna Künstlerhaus in 1951 as well as the two Haller Kunstausstellungen in 1949 and 1950, where his works were displayed alongside those of Max Weiler, Helmut Rehm, and Peter Prandstetter.
The highlight of his public visibility was undoubtedly Kollektivausstellung Franz Krautgasser, shown at the Tyrolean Art Pavilion in 1960. With approximately 50 works on display, it was the most comprehensive presentation of his oeuvre during his lifetime. The response in the press was overwhelmingly positive. In the Tiroler Tageszeitung, Alfred Strobel referred to Innsbruck as a “center for the cultivation of modern art.”12 Heinz Mackowitz, in turn, emphasized Krautgasser’s “sincere pursuit of expressive forms” and attested him a “strong and distinctive personality.”13
The exhibitions organized after 1985 were largely commemorative or sales exhibitions held by art dealers or galleries. The works on view were predominantly realistic nudes, portraits, or landscapes. In contrast, his extensive body of abstract work was rarely exhibited. This conveyed an image of the artist that did not do justice to his influential role in Tyrolean art of the 1950s and 1960s.
Today, Franz Krautgasser is regarded as one of those artistic figures who, in the 1950s, helped bring about the transition from regionally influenced postwar Tyrolean art to international modernism, without lasting acceptance into the art-historical canon. His work exemplifies the frictions between tradition, personal visual language, and international openness that shaped the art scene in Tyrol during the 1950s and 1960s. In light of recent research on Austrian postwar modernism, Franz Krautgasser’s work is increasingly gaining its due art-historical significance—not only as a document of his time but also as a distinct artistic position within Tyrolean modernism.
1 h. m. (Heinz Mackowitz), “Eindringen in die tiefsten Bereiche. Zur Ausstellung Franz Krautgasser im Kunstpavillon,” Tiroler Nachrichten 264, November 14, 1960, 5.
2 Cf. Erich Egg, Kunst in Tirol. Malerei und Kunsthandwerk (Tyrolia, 1972).
3 Cf. Eva Kreuzer-Eccel, Aufbruch. Malerei und Graphik in Nord-Ost-Südtirol nach 1945 (Athesia-Tappeiner Verlag, 1982).
4 Cf. Evi Wierer, Paul Naredi-Rainer, and Lukas Madersbacher (eds.), Kunst in Tirol, vol. 2 (Tyrolia, 2007).
5 Helga Reichart (ed.), Franz Krautgasser 1920–1985 (Tyrolia, 1989).
6 Cf. Erich Egg, “Vorwort,” in Franz Krautgasser 1920–1985, 7.
7 Cf. here and the following: Tirol–Frankreich 1945–1960. Spurensicherung einer Begegnung, exh. cat. Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (1991).
8 Among the best-known works by this Dominican priest and art historian is the publication Kirche und Kunst im 20. Jahrhundert (Styria, 1954); original French edition: Art Sacré au XXe siècle? (Editions du Cerf, 1952). Just how lasting an impact the lecture by Pie-Raymond Régamey, O.P., had on the Tyrolean art community is reflected in the statement made by the artists Walter Honeder and Ilse Glaninger-Halhuber in their defense of Max Weiler’s frescoes in the Theresienkirche on the Hungerburg: they referred to the open-minded atmosphere in France, as Régamey had described it at the Institut Français. Cf. Günther Dankl, “Golgotha in Tirol. Ein Kapitel Tiroler Kunst- und Kulturgeschichte der Nachkriegszeit,” in: Max Weiler. Die Fresken der Theresienkirche in Innsbruck 1945–47, ed. Silvia Eiblmayr (Haymon Verlag, 2001), 143 f.
9 The selection of artists and artworks for the Interbau exhibition reflected the broad stylistic spectrum of Western modernist culture in the 1950s. The abstract artworks on display echoed the contemporary debate that had been sparked at that time primarily by Hans Sedlmayr’s 1948 essay “Verlust der Mitte” (Loss of the Center), which questioned the expressive power of modern art. Cf. “Die Kunst im Hansaviertel – eine Bandbreite künstlerischer Positionen,” Hansaviertel Berlin, https://hansaviertel.berlin/interbau-1957/kunst. The invitation extended to Franz Krautgasser to participate in this exhibition underscores the standing that the artist must have already achieved by that time.
10 Cf. Christine Riccabona, Erika Wimmer, and Milena Meller, Die Österreichischen Jugendkulturwochen 1950–1960 in Innsbruck (Studien Verlag, 2005).
11 Cf. Magdalena Hörmann, Galerie im Taxispalais Innsbruck 1964 bis 1997. Eine Dokumentation (Tyrolia, 1997).
12 Alfred Strobel, “Innsbruck als Zentrum der modernen Kunstpflege,” Tiroler Tageszeitung 270, November 21, 1960, 5.
13 Mackowitz, “Eindringen in die tiefsten Bereiche.”
2 Cf. Erich Egg, Kunst in Tirol. Malerei und Kunsthandwerk (Tyrolia, 1972).
3 Cf. Eva Kreuzer-Eccel, Aufbruch. Malerei und Graphik in Nord-Ost-Südtirol nach 1945 (Athesia-Tappeiner Verlag, 1982).
4 Cf. Evi Wierer, Paul Naredi-Rainer, and Lukas Madersbacher (eds.), Kunst in Tirol, vol. 2 (Tyrolia, 2007).
5 Helga Reichart (ed.), Franz Krautgasser 1920–1985 (Tyrolia, 1989).
6 Cf. Erich Egg, “Vorwort,” in Franz Krautgasser 1920–1985, 7.
7 Cf. here and the following: Tirol–Frankreich 1945–1960. Spurensicherung einer Begegnung, exh. cat. Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (1991).
8 Among the best-known works by this Dominican priest and art historian is the publication Kirche und Kunst im 20. Jahrhundert (Styria, 1954); original French edition: Art Sacré au XXe siècle? (Editions du Cerf, 1952). Just how lasting an impact the lecture by Pie-Raymond Régamey, O.P., had on the Tyrolean art community is reflected in the statement made by the artists Walter Honeder and Ilse Glaninger-Halhuber in their defense of Max Weiler’s frescoes in the Theresienkirche on the Hungerburg: they referred to the open-minded atmosphere in France, as Régamey had described it at the Institut Français. Cf. Günther Dankl, “Golgotha in Tirol. Ein Kapitel Tiroler Kunst- und Kulturgeschichte der Nachkriegszeit,” in: Max Weiler. Die Fresken der Theresienkirche in Innsbruck 1945–47, ed. Silvia Eiblmayr (Haymon Verlag, 2001), 143 f.
9 The selection of artists and artworks for the Interbau exhibition reflected the broad stylistic spectrum of Western modernist culture in the 1950s. The abstract artworks on display echoed the contemporary debate that had been sparked at that time primarily by Hans Sedlmayr’s 1948 essay “Verlust der Mitte” (Loss of the Center), which questioned the expressive power of modern art. Cf. “Die Kunst im Hansaviertel – eine Bandbreite künstlerischer Positionen,” Hansaviertel Berlin, https://hansaviertel.berlin/interbau-1957/kunst. The invitation extended to Franz Krautgasser to participate in this exhibition underscores the standing that the artist must have already achieved by that time.
10 Cf. Christine Riccabona, Erika Wimmer, and Milena Meller, Die Österreichischen Jugendkulturwochen 1950–1960 in Innsbruck (Studien Verlag, 2005).
11 Cf. Magdalena Hörmann, Galerie im Taxispalais Innsbruck 1964 bis 1997. Eine Dokumentation (Tyrolia, 1997).
12 Alfred Strobel, “Innsbruck als Zentrum der modernen Kunstpflege,” Tiroler Tageszeitung 270, November 21, 1960, 5.
13 Mackowitz, “Eindringen in die tiefsten Bereiche.”




